Peter Junge ist guter Dinge. “Die Anmeldung läuft gut, besser als im vergangenen Jahr”, ist der Cheforganisator des Goitzsche-Marathons gut gelaunt. Zum bereits sechsten Mal wird eine der größten Laufveranstaltungen Mitteldeutschlands am Sonntag in vier Wochen steigen, werden erneut zahlreiche Laufbegeisterte auf die verschiedenen Strecken rund um den Goitzsche-See gehen. Wie viele sich bereits angemeldet haben, kann Junge derzeit nicht genau sagen, dafür kennt der Vorsitzende des ausrichtenden Bitterfelder SV deren Herkunft ganz genau: “Es werden Läufer aus allen Bundesländern, Polen und Italien dabei sein.”
Um auch immer wieder neue Läufer anzulocken, weiß man aber auch in Bitterfeld, dass es wieder heißt, neue Ideen zu haben. Neue Elemente in das Programm einzubauen, sich von manchen Dingen zu trennen. Wird es in diesem Jahr keinen Inline-Wettbewerb geben, so kann der Goitzsche-Marathon mit einigen Neuerungen aufwarten. Bereits schlagkräftig geht es am Samstagabend vor der Villa am Bernsteinsee zur Sache. Erstmals
wird eine Boxveranstaltung integriert. Die Kämpfer werden am darauf folgenden Tag auch an den Start gehen. “Boxer sind auch gute Läufer”, weiß Peter Junge, “das werden sie auf den verschiedenen Strecken auch zeigen.”
Während die Schwergewichtsprofis Steffen Kretschmann und Timo Hoffmann die Zehn-Kilometer-Strecke absolvieren werden, haben die anderen Boxer und sonstigen Laufinteressierten große Auswahlmöglichkeiten. Eine große Veränderung erlebt dabei der Staffelwettbewerb. Gingen die zehn Läufer in den vergangenen Jahren immer auf der eigentlichen Marathonstrecke an den Start, so wird das in diesem Jahr anders aussehen. “Wir haben in diesem Jahr eine Pendelstaffel installiert”, erzählt Peter Junge, “die Zuschauer können jetzt den Verlauf ganz genau verfolgen.”
Damit das auch so in die Tat umgesetzt werden konnte, musste allerdings erst einmal eine geeignete Strecke gefunden werden. Der Punkt, an dem Dirk Koblitz ins Spiel kam. Er ist der Streckenverantwortliche und fand den richtigen Ort an der Bernsteinvilla. “Wir haben auf der Marathonstrecke immer Busse pendeln lassen, da haben wir uns immer nebenbei auch als Busplaner betätigt”, so Koblitz, “wir wollten den Streckenverlauf aber interessanter machen.” Sein Beruf als Vermesser kam ihm beim Unterfangen, den genauen Streckenverlauf festzulegen, zugute. Schließlich muss die Länge des Staffellaufes am Ende auch exakt der eines Marathons entsprechen.
Das ist bei einer weiteren Neuerung nicht ganz so wichtig: der Ekiden-Staffel. “Die Idee kommt aus Japan”, erzählt Dirk Koblitz, “dort wurden früher Dinge durch Läufer von Ort zu Ort gebracht.” Und die legten dabei jeweils unterschiedliche Streckenlängen zurück. “Das ist vor allem für Familien sehr interessant”, glaubt der Streckenverantwortliche, “der Papa läuft die langen Abschnitte und die Kinder die kurzen.” Gelaufen wird auf einem Zehn-Kilometer-Rundkurs vorbei am Pegelturm, dem Mühlbecker Badestrand zur Halbinsel Pouch und wieder zurück. Am Ende landen diese Läufer also wieder am Gelände rund um den Start- und Zielbereich. Ein Ort, der also in diesem Jahr noch einmal interessanter wird.
Quelle: MZ-web.de
